DANE Transhimalaya Trophy 2015

1400 Kilometer in zwölf Tagen, mit der Überquerung von fünf Pässen über 5000 Meter Höhe, inklusive der Route über den berüchtigten Rohtang-Pass, zu deutsch Leichenberg. Unzählige 4000er Pässe. Insgesamt waren wir 24 Teilnehmer, die ca. 20 Unfälle, Stürze und Bagatellschäden hatten inklusive einem Totalschaden. 3 Teilnehmer mußten die Reise vorzeitig abbrechen. 

Wir haben die Strapazen überstanden und sind stolz und glücklich, das wir diese Reise als ein in unserem Leben einmaliges Erlebnis betrachten zu können. Kay hat die Reise leider abbrechen müssen und ist nach dem Krankenhausaufenthalt nach Delhi geflogen, wo wir ihn dann am Ende der Reise wieder getroffen haben.

Unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wir steigen ins Flugzeug nach Delhi in Indien ein, von wo es weiter zum Tour-Ausgangspunkt in der Stadt Srinagar geht. Dort fällt der Startschuss für unsere Tour ins Ungewisse. Wir wollen uns der Herausforderung stellen, 15 Tage lang im 
weltweit höchsten Gebirge, dem sogenannten „Dach der Welt“, mit dem Motorrad unterwegs zu sein und Schotterpisten auf einer Höhe bis zu 5400 Metern zu überwinden. Die Dane Transhimalaya Trophy führt über den Pass Khardung und ist eine der am höchsten gelegenen Straßen der Welt – und wir, Musti und Bernd von der Motorrad-Ecke, möchten diesen mit den Motorrädern bezwingen.

 

Jetzt geht es endlich los, die Motorräder stehen schon für uns bereit, zwei Royal Enfields. Ein indischer Motorradproduzent, der aus einem englischen Hersteller von Gewehren, Motorrädern und Automobilen hervorgegangen ist. Es ist die älteste noch produzierende Motorradmarke der Welt. Wir schwingen uns auf die Bikes und kämpfen uns durch Srinagar. Überall auf den Straßen herrscht ein totales Durcheinander. Unzählige vollbeladene Lkws, Rinder und spielende Kinder auf der Straße, die man überholen musste. 

Doch die allmählich auftauchende karge, aber beeindruckende Gebirgslandschaft und ihr wechselndes Farbenspiel zog uns immer mehr in den Bann. Wir ließen das unendliche Hupen und Chaos hinter uns und steuerten den ersten Pass mit über 3650 m Höhe an. Es war ein einziger Kampf mit Schlamm, Geröll und Schlaglöchern.

Kurz vor dem Gipfel ein umgefallener Laster, der in die Tiefe zu stürzen droht. Schon hier spielen sich dramatische Szenen um Leben und Tod ab. Arme, Hände und Rücken schmerzen und wir nutzen die Gelegenheit für eine Pause und schenken arbeitenden Nomadenkindern, die am Straßenrand Steine klopfen, Plüschtiere. Viele Facebook Fans sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns ihre Stofftiere zugesandt. Für unsere
erste Etappe, die insgesamt 200 km lange Strecke von Srinagar bis Kargil verlief, brauchten wir über 9 Stunden, die erschreckende Bilanz des ersten Tages.

Wir beschließen den zweiten Tag etwas ruhiger anzugehen und fahren auf guten asphaltierten Straßen in ein tibetisches Kloster aus dem 11 Jahrhundert nach Lamaruga. Wir übernachten hier auf 3800 m Höhe in einer Herberge mit katastrophalen Sanitäranlagen. Die Unterkunft bietet für 60 Gäste eine Schlafmöglichkeit, aber alle Toiletten und Duschen sind defekt. 

Der nächste Morgen führt uns mit mächtig vielen Kopfschmerzen ins V-Tal, welches die Tage zuvor wegen abgehenden Lawinen gesperrt war. Die Straße wurde teilweise einfach weggespült. Wir überwinden uns den Weg zu passieren und fahren in die 3600 m hohe Stadt Leh ein und staunen nicht schlecht. Leh ist der Treffpunkt von Backpackern, und Treckingtouristen. Hier wimmelt es nur so von Souvenierhändlern, Kneipen und Cafés. Hier erfahren wir auch, dass derPass nach Khardung-La nach starkem Unwetter eigentlich gesperrt ist.

Wir wollen jedoch die gefährliche Fahrt über den 5371 m hohen Pass riskieren und brechen somit am nächsten Morgen mit gemischten Gefühlen auf. Doch bald zeigen sich die Ausmaße des Unwetters. Schlamm, Geröll und Wassermassen und wir mittendrin. Doch nicht nur der Zustand der Straße macht uns zu schaffen, sondern auch die immer dünner werdende Luft je höher wir den Pass nach oben erklimmen
- Atemlosigkeit, Kopfschmerzen und Halluzinationen zehren an unseren Kräften. 

Wir begegnen unzähligen Trupps von Bauarbeitern und Bauarbeiterinnen, die mit Lastwagen zu den hunderten von Straßenschäden gefahren werden. Steine klopfen für 50 Cent am Tag um die Straßen zu reparieren. Es scheint kein Ende zu nehmen, die Straße schlängelt sich immer 
höher den Pass hinauf.

GESCHAFFT!! Juhuu, wir haben es geschafft! Wir liegen uns in den Armen. Das GPS zeigt 5371 m an, der mit dem Motorrad höchsten befahrbaren Pass der Welt liegt uns zu Füßen. Die ganze Anspannung der letzten Tage fällt innerhalb einer Sekunde von uns ab. Die Eindrücke erschlagen uns, doch die Schmerzen hier oben werden immer schlimmer. Die Bilder verschwimmen vor meinem Gesicht, der Kopf droht
zu platzen. Ich atme nur sehr schwer. Wir müssen so schnell wie möglich wieder runter ... noch Wochen später sind wir immer noch hin- und hergerissen von der atemberaubenden Schönheit der Landschaft und der unfassbaren Armut der Menschen im Himalaya. Einmal über das „Dach der Welt“ mit dem Motorrad zu fahren, das hatten wir uns schon lange vorgenommen aber das hatte auch eine sehr lange Vorbereitungsphase beansprucht. Doch trotz intensiver Planung und medizinischer Vorsorge mussten wir aber schnell feststellen, dass zwischen Theorie und Praxis ein meilenweiter Unterschied besteht. Uns waren viele Dinge im Vorhinein gar nicht bewusst. Der Himalaya ist ein Mythos. Schon allein durch die extreme Höhe ist es eine komplett andere Welt, die mit den Alpen nicht mehr zu vergleichen ist und so durften wir die ein oder andere Gefahr, die im Hochgebirge lauert am eigenen Leibe zu spüren bekommen.

Heute haben wir den Khardung La Pass erreicht und mussten oben wieder umdrehen, weil durch heftige Regenfälle der letzten Tage die Straße teilweise unpassierbar ist. Gestern noch war der Aufstieg gesperrt. Morgen geht es nach Spamnik über den Chang La Pass. Auch um die 5600m hoch. …wenn wir durchkommen. Die Straßen sind voller Steinschlag.

Die Tour nach Spamnik über den Chang La Pass ist geschafft. Aber nach Spamnik geht es nicht weiter. Die Straßen sind nicht befahrbar. Wir übernachten in Zelten und reisen am nächsten Tag wieder über den Chang La Pass zurück nach Leh. Von dort aus nehmen wir die Route über den berüchtigten Rotang La (Leichenberg) nach Manali in Angriff. Nochmal  zwei 5000er und weitere 4000er Pässe sind zu bezwingen.

Unterwegs beschenken wir die Kinder am Straßenrand mit Stoffpuppen. Viele Facebook Fans hatten unserem Aufruf gefolgt und uns ihre Stofftiere zugesendet.

Die Höhe macht uns zu schaffen. Atemlosigkeit, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen sind die harmloseren Symptome. Zwei Teilnehmer kommen ins Krankenhaus und müssen die Reise abbrechen. Wir übernachten auf 4200m Höhe in Zelten. Nachts wachst du auf und denkst du erstickst.

Die Stadt Leh mit Straßenverkäufern. Alles voller Staub und freundlicher Menschen. LKW Fahrer leben gefährlich, entgegenkommende Motorradfahrer auch. Je kleiner umso weniger wirst du beachtet. Die Route nach Spamnik und zurück. 145 km jeweils ca. 8 Stunden.

Frisch, ausgeruht, geduscht und gefrühstückt geht es am nächsten Tag sehr früh am Morgen an den Tso Kar Salzsee. Wieder ist zelten angesagt und wir müssen den Tanglanglah Pass überwinden. 5300 Meter stehen an. 145km. 6-8 Stunden.

Am nächsten Tag ist es noch sehr kalt aber die Sonne kommt langsam zwischen den Wolken hervor. Der Sturm ist vorbei und sehr früh starten wir zum anstrengenden Teil der Reise gen Süden. Heute müssen wir zwei 5000er und einen 4000er Pass überwinden.

Erst geht es durch eine Landschaft wie auf der Route 66. Atemberaubende Landschaft und eine kurvenreiche Straße führt zum ersten Pass. Beim  Aufstieg wird einer aus unserer Gruppe von einem Bus geschnitten und Stürzt ins Kiesbett. Schlüsselbein ist gebrochen. Wir organisieren ein Taxi das in zurück nach Leh bringt. Später erfahren wir, dass er mittlerweile im Flieger nach Hamburg sitzt. Glück gehabt. Mittlerweile über 10 Stürze und drei Ausfälle.

Nach 17 Uhr kommen wir in Jispa an. Alle erschöpft. 245km. Der anstrengendste Tag der Reise. Morgen steht die letzte Etappe der Reise an. Von Jispa nach Manali. Am Morgen geht es früh los. Die Distanz beträgt nur 140km. Aber durch den letzten Pass den wir überqueren müssen benötigen wir 9 Stunden. Der berüchtigte Rohtang La Pass ist die Wetterscheide zum Himalaya-Gebirge. Die Wolken von Süden bleiben an den Bergen hängen und regnen ab. Von Jispa aus geht es am Berghang entlang nach Süden. Nach 45km wechseln wir auf die Ostseite und die Auffahrt beginnt. Durch Erdrutsche ist die Straße gesperrt. Wir müssen warten, bis die Bagger den Schutt und die Gesteinsbrocken geräumt haben. Wir schlängeln uns ganz nach vorne und warten dann…sobald die entgegenkommenden schweren Fahrzeuge vorbei sind, können wir fahren. Unsere Erd- und Geröllpiste wird durch die schweren Fahrzeuge planiert und wir bekommen zwei Fahrbahnen die gut zu bewältigen sind. Je höher wir kommen umso besser die Fahrbahn. Oben erwarten uns die Wolken. Kalter Wind in Sturmstärke erschwert uns die Fahrt. Auf der Rückseite der erwartete Nebel. Langsam fahren wir unter Gehupe nach unten. Der Nebel wird dichter. Kurz vor dem Ziel lichtet sich der Nebel und es beginnt zu regnen. Die Vegetation ist üppig. Wir fahren auf einer schmalen Straße mitten durch den Urwald. Um 17 Uhr ist es geschafft. Ankunft in Manali.

 

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